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Case Study BP |
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BP ist eines der größten international operierenden, integrierten Energieversorgungsunternehmen der Welt. Innerhalb der BP-Gruppe gibt es insgesamt vier Geschäftsbereiche: Gas, Power & Renewables, Öl, chemische Erzeugnisse sowie Forschung und Produktion. Gas, Power & Renewables ist das jüngste Mitglied der BP-Gruppe. NEGP ist der nordeuropäische Zweig der weltweit operierenden Gas, Power & Renewables-Gruppe von BP und in Deutschland, Frankreich und den Benelux-Staaten aktiv. BP Energie liefert Strom und Gas an industrielle Großabnehmer und Stadtwerke. Zusätzlich werden noch weitere energiebezogene Dienstleistungen auf dem Gebiet von Risiko Management und Portfolio Management angeboten. Der liberalisierte Energiemarkt eröffnet Chancen, Risiken und neue Möglichkeiten für alle Marktteilnehmer, besonders im Bereich der Energiebeschaffung. Wer neue Chancen nutzen möchte, muss vor allem die damit verbundenen Risiken einschätzen und kontrollieren können. Das ist eine Anforderung an Datenmanagement und -auswertung. Hier hilft das Dienstleistungsangebot der EuroDCS Energiedaten AG, die organisatorischen Rahmenbedingungen für die Handelspartner zusammenzuführen. Die BP Energie Marketing GmbH bietet Energiebezugskontrakte mit verschiedenen Handelsformen und Risikostreuungen an. Die in Hamburg ansässige Gruppe gehört zum nordeuropäischen Zweig der Gas, Power & Renewables-Gruppe der BP, einem der führenden internationalen Energieunternehmen. Sie handelt mit Energie, Bezugskontrakten und managt ganze Portofolios im Auftrag ihrer Kunden. So zum Beispiel bei der Fahrplanlieferung zum Festpreis: Der Kunde bezieht die elektrische Energie zu einem festen Preis. Richtwert hierfür ist ein vorgegebener Fahrplan in ¼ Stunden-Werten, der zu Beginn festgelegt wird. Man hat die Möglichkeit, auf kurzfristige Änderungen in der Produktion zu reagieren, indem der vorgegebene Fahrplan werktäglich vor der Belieferung bis 08:30 Uhr für den Folgetag geändert werden kann. Hierbei ist zu beachten, dass nur an börslichen Handelstagen gehandelt wird. Um diese eventuellen Änderungen im Rahmen zu halten, wird ein Bereich ("Toleranzband") definiert, innerhalb dessen die Änderungen schwanken können. Bei Über- bzw. Unterschreiten dieses Toleranzbandes werden entsprechende Entgelte berechnet, die vorher festgelegt werden. Das gleiche Verfahren gilt entsprechend für die prognostizierte Energiemenge. Diese Bezugsform bietet eine unkomplizierte Verfahrensweise durch den festgelegten Energiepreis. Gleichzeitig hat der Kunde aber die Möglichkeit, auf kurzfristig auftauchende Schwankungen schnell zu reagieren. Zudem gewährleistet der feste Energiepreis einen präzisen Überblick über die anfallenden Kosten. Verbrauchsprognose integriert Was in der Theorie und im kaufmännischen Angebot aber noch einfach klingt, ist in der praktischen Durchführung eine anspruchsvolle logistische Aufgabe des Datenmanagements. Die Fahrplananmeldungen der Einzelkunden müssen termingerecht zusammengetragen werden, für die anstehende Energiebezugsperiode wird eine Verbrauchsprognose erstellt, die Messdaten bei den einzelnen Netzbetreibern abgeholt und daraus eine umfassende Bilanzkreisabrechnung erstellt. Im vorliegenden Projekt führt die EuroDCS Energiedaten AG die Leistungen des Energiedatenmanagements und der Messdatenbeschaffung für die BP Energie Marketing GmbH durch. Hierbei stehen Bündelkunden aus der Industrie als Multi-Site Belieferungen sowie Produzenten mit hohem Energiebedarf aus den Bereichen Stahl, Eisen, glasverarbeitende Industrie und der Zementindustrie im Vordergrund. BP beliefert diese Kunden als Vollstrombelieferung und mit Derivaten davon. Die Fahrpläne werden bilanzkreisgenau an die im Projekt betroffenen deutschen Übertragungsnetzbetreiber E.ON, RWE und in Frankreich an RTE gemeldet. Seit Januar 2003 ist auch Vattenfall Europe im Verteilerkreis enthalten. Die tägliche Anmeldung erfolgt auf der Basis aktueller Einzelprognosen, die von einem Prognosesystem erstellt werden, dessen Datenflüsse automatisch im Arbeitsablauf der EuroDCS eingebunden sind. daily nominations inklusive Auch im voraus geplante besondere Ereignisse - sogenannte
"daily nominations"- im Tageslastgang des Kunden fließen
als Planungsgröße mit ein. Spontane Meldungen des Kunden oder
der BP wie Produktionsferien, Urlaub oder Spülzyklen in der Fertigung
werden dabei von der EuroDCS in ein lastprofil-kompatibles Datenformat
umgesetzt und automatisiert dem Prognosesystem gemeldet. Das größte Problem stellt hierbei die zumeist mangelhafte Datenqualität der Netzbetreiber dar. Selbst von den großen Verteilnetzbetreibern sind nur selten 100% vollständige Datenreihen verfügbar und meist auch nicht innerhalb der für eine rechtzeitige Prognose notwendigen Zeitbedingungen. Fehlende Werte aber müssen interpoliert werden und verschlechtern letztlich die Prognosegüte, was wiederum das Händlerrisiko für Fahrplananmeldung und Einkauf erhöht. Ebenso problematisch ist die Einbindung historischer Lastgangdaten. Eine qualitativ hochwertige Prognose benötigt eine Erstinitialisierung mit etwa 2 Jahren rückwirkenden 15-Min. Daten, das sind immerhin mehr als 2 Millionen einzelner Messwerte. Zählerablesung und Datenbeschaffung Überhaupt ist der Aufwand für das Zusammentragen der einzelnen Lastgangdaten aller betroffenen Netzbetreiber eine unerwartet komplexe Aufgabe. Zwar sind Datenformate im liberalisierten Energiemarkt Deutschlands theoretisch standardisiert und Übertragungsprozesse durch Verbändevereinbarung und Metering Code definiert – die Praxis sieht aber anders aus.
Auch sind die wenigsten Datenmeldungen heute nach dem einheitlichen MSCONS Standard formatiert. Und wenn, dann unterscheiden sie sich in der Version der MSCONS Definitionen. Daher werden in der Praxis meist die Herstellerformate Fröschl-ZFA und GÖRLITZ-ENZ verwendet. Bei einem Teil der abgefragten Messstellen hat EuroDCS auch im Auftrag der BP Energie GmbH und mit Zustimmung des Endkunden eigene Übertragungsgeräte eingebaut. Dabei wird ein weitergeschleifter S0-Impuls des Energiezählers an einen Datenspeicher der EuroDCS vor Ort angeschlossen, der dann verrechnungsrelevante Lastgangdaten abspeichert und an die EuroDCS-Leitstelle überträgt. Bei dieser Lösung könnten dann auch optional noch zusätzliche Funktionen wie ein Lastmanagement vor Ort über das EuroDCS-System tagesaktuell eingestellt werden. Die Gesamtprozesskette funktioniert heute, Anfang März 2003 mit etwa 100 aufgeschalteten Linien. Das Projekt wurde im September 2002 mit einer Pilotphase gestartet, der Wirkbetrieb für eine Laufzeit von zunächst 3 Jahren startete im Dezember 2002. In Kürze soll dann ein jetzt schon geplanter Ausbau um weitere etwa 20 Linien hinzukommen. Bis dahin wird auch der sehr wichtige Soll/Ist Vergleich
zwischen Prognose und späterem tatsächlichen Energieverbrauch
durch EuroDCS automatisiert sein. Damit kann dann –quasi als Gesamterfolgsnachweis–
die Treffergenauigkeit des Gesamtsystems nachvollzogen werden. |
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